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Positive Bewertungen der großen US-Ratingagenturen für komplizierte Finanzprodukte führten während der Finanzkrise zu riesigen Verlusten für mehrere Finanzinstitute. In vielen Staaten mussten Banken mit öffentlichen Geldern gerettet werden. Am Dienstag, 19. Juni, stimmt der Wirtschaftsausschuss darüber ab, ob Ratingagenturen in Zukunft für ihre Bewertungen haften müssen.

Im Vorfeld der Finanzkrise vergaben Ratingagenturen Bestnoten für komplexe Finanzprodukte, mit denen viele Investoren später erhebliche Verluste erlitten. Trotz der Schäden kam es jedoch nicht zu Schadensersatzzahlungen. Der italienische Sozialdemokrat Leonardo Domenici will das ändern. Als Berichterstatter arbeitete er federführend an der Position des Europäischen Parlaments und fordert, Ratingagenturen zivilrechtlich haftbar zu machen. Entscheidend dafür sei jeweils die Rechtslage im Land des betroffenen Investors.

Interessenkonflikte

Kritisiert wird auch das Geschäftsmodell der meisten Ratingagenturen. Anders als bei der Bewertung von Staatsanleihen, zahlen Unternehmen für die Bewertung ihrer Finanzprodukte. Diesen Interessenkonflikt will Domenici einschränken. Er plädiert dafür, dass Ratingagenturen keine Bewertungen mehr für Firmen erstellen dürfen, die mehr als 2 Prozent der Anteile oder Stimmrechte der betroffenen Agentur halten oder anderweitig starken Einfluss auf das Geschäft der Ratingagentur haben.

Bewertungen von Staatsschulden

Etliche Ratingagenturen haben die Kreditwürdigkeit von Staaten der Eurozone herabgestuft, obwohl diese drastische Sparmassnahmen eingeleitet haben. Die höheren Zinsen für neue Schulden machen es für diese Staaten immer teurer, neue Anleihen auszugeben. „Ich habe ursprünglich vorgeschlagen, unaufgeforderte Bewertungen von Staatsschulden zu untersagen, doch zur Zeit gibt es für diesen Vorschlag keine Mehrheit“, erklärt Domenici.

Doch strengere Regeln für die Bewertung von Staatsschulden scheinen unvermeidlich. Kreditbewertungen sollen die spezifische Situation eines Landes widerspiegeln. Auch sollen Ratingagenturen keine Vorgaben für politische Entscheidungen machen und der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde einen Kalender geplanter Bewertungen vorlegen. Quelle: PM © Europäische Kommission, Bild: © stock.xchng (SXC)

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