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Der expandierende deutsche Außenhandel gab der Beschäftigung im Zeitraum von 1995 bis 2006 einen kräftigen Impuls: 8,9 Millionen Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland waren 2006 vom Export abhängig. Das waren fast 23% aller Erwerbstätigen. 1995 arbeiteten nur etwa 15% der Erwerbstätigen für den Export. Etwa die Hälfte der vom Export abhängigen Erwerbstätigen produziert heute Waren, die andere Hälfte Dienstleistungen: vorwiegend Verkehrs-, Großhandelsleistungen und sonstige unternehmensnahe Dienstleistungen für das Exportgeschäft. Dabei profitiert die Beschäftigung in den Dienstleistungsbereichen stark vom Warenexport, so der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Walter Radermacher, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) in Berlin.

Bei der Pressekonferenz wurden Ergebnisse aus der Input-Output-Rechnung des Statistischen Bundesamtes vorgestellt, welche die vielschichtigen Verflechtungen der deutschen Wirtschaft mit dem Ausland beschreiben. Ergänzend präsentierte Prof. Dr. Bernd Meyer von der GWS aktuelle Ergebnisse seiner Modellrechnungen der deutschen Wirtschaft und ihrer globalen Verflechtung bis 2010.

Allein Autos, Maschinen und chemische Erzeugnisse decken – so Radermacher – mehr als ein Drittel des deutschen Exportes ab. Wie beim gesamten Exportgeschäft spielen auch bei den vom Export dieser Waren abhängigen Arbeitsplätze die Dienstleistungen eine große Rolle. Am Export von Kraftfahrzeugen, Maschinen und chemischen Erzeugnissen waren 1,4 Millionen Erwerbstätige in den Dienstleistungsbereichen (zum Beispiel Transport-, Finanzdienstleistungen, Forschung und Entwicklung sowie kaufmännische Dienstleistungen und Großhandel) beteiligt: etwa 0,6 Millionen am Export von Kraftfahrzeugen und jeweils etwa 0,4 Millionen am Export von Maschinen und chemischen Erzeugnissen.

Welche Preiswirkungen im Inland hatten die starken Verteuerungen beim Import von Erdöl, Erdgas und Mineralölerzeugnissen?
Hier zeigen neue Ergebnisse einer modellhaften Input-Output-Analyse für das Jahr 2005, dass die Preise von Gütern, welche die privaten Haushalte konsumierten, um 0,8%, die wertmäßige Entwicklung der Güter des Staatskonsums um 0,3% und die Preise für die Bauinvestitionen um 0,5% niedriger gelegen hätten, wenn es die Importpreiserhöhungen von Erdöl und Erdgas sowie Mineralölerzeugnissen nicht gegeben hätte (2005 gegenüber 2004: + 40% beziehungsweise + 36%).

Basierend auf diesen Ergebnissen und weiteren Daten des Statistischen Bundesamtes hat die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) in Osnabrück umfangreiche Modelle der deutschen Wirtschaft und ihrer globalen Verflechtung entwickelt, die das Verhalten von Konsumenten, Produzenten und Investoren in tiefer Branchengliederung abbilden.

Im zweiten Teil der Pressekonferenz stellte Prof. Dr. Bernd Meyer von der GWS die Ergebnisse von Modellrechnungen über die Wirkung von Ölpreissteigerungen auf die deutsche Wirtschaft vor. Prof. Meyer betonte, dass bei einem unterstellten Anstieg des durchschnittlichen Ölpreises von derzeit rund 65 Dollar pro Barrel bis auf 100 Dollar pro Barrel bis zum Jahr 2010 und einer Parallelentwicklung bei den Gaspreisen insbesondere die Privaten Haushalte betroffen wären. Sie hätten höhere Kosten für die Raumwärme um circa 13% und für den Betrieb von Fahrzeugen um circa 11% zu verkraften.

Da zumindest kurzfristig die Energieeinsparmöglichkeiten begrenzt sind, ergibt sich nach der Modellrechnung daraus die Notwendigkeit, auch die Nachfrage nach anderen Konsumgütern zu reduzieren. Für Unternehmen, die vorwiegend Konsumgüter produzieren, bedeutet dies Absatzminderungen. Für die Produzenten von Investitionsgütern, insbesondere von Maschinen und Fahrzeugen, die hohe Exportquoten haben, ergeben sich dagegen positive Entwicklungen. Deren Exporte steigen nämlich, weil Deutschland als relativ energieeffizientes Land geringere Kostensteigerungen als das Ausland hat und deshalb im Wettbewerb besser abschneidet. Ferner profitieren die Erdöl exportierenden Länder von der Steigerung des Ölpreises und importieren in verstärktem Maße Maschinen und Fahrzeuge aus Deutschland. Im Betrachtungszeitraum bis 2010 ist unter den genannten Bedingungen der Modellrechnung mit einem Beschäftigungsrückgang in Höhe von rund 360 000 Personen zu rechnen, so Prof. Meyer.

Weitere Auskünfte geben: Statistisches Bundesamt, Input-Output-Team, Telefon: (0611) 75-3707, E-Mail: input-output@destatis.de und Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH, Prof. Dr. Bernd Meyer, Telefon: (0541) 409-3314, E-Mail: meyer@gws-os.de. Quelle: PM © 2007 Statistisches Bundesamt

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