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Auf Veranlassung der EU untersuchten Behörden in den Mitgliedstaaten 301 Websites von Handydienstleistern auf irreführende Praktiken. Bis jetzt wurden allein 54 davon abgeschaltet – 159 andere Anbieter wurden gezwungen, ihre Seiten zu überarbeiten und mit den EU-Verbraucherschutzvorschriften in Einklang zu bringen. Italien verhängte im Zusammenhang mit der Untersuchung Geldstrafen in Höhe von 2 Millionen Euro gegenüber neun Inhaltsanbietern und Mobilfunkbetreibern.

Die fraglichen Websites standen bereits im Juni 2008 auf dem Prüfstand, als insgesamt 558 Online-Anbieter in 29 Ländern – EU-Mitgliedsländer plus Norwegen und Island – eine Woche lang auf Herz und Nieren geprüft wurden. Alle bieten Handyinhalte wie Klingeltöne, Bildschirmhintergründe, Logos, Spiele und Chat-Abos an.

Die „Razzia“ wurde auf zahlreiche Beschwerden hin durchgeführt. Die meisten stammten von Eltern, die mit monströsen Handyrechnungen ihrer Kinder konfrontiert wurden, nachdem diese einen Klingelton heruntergeladen oder einen anderen Dienst in Anspruch genommen hatten. Viele dieser Websites sind speziell auf Jugendliche ausgerichtet.

Die Untersuchung war die zweite gemeinsame Aktion der Vollzugsbehörden in ganz Europa. Im Jahr 2007 hatten 15 EU-Länder gemeinsam mit Norwegen bereits Websites geprüft, die Flugtickets anbieten.

Die für Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissarin Meglena Kuneva stellte weitere Razzien in Aussicht. „Die Ergebnisse zeigen, dass eine EU-weite Zusammenarbeit der Vollzugsbehörden sehr sinnvoll ist, wenn es darum geht, Märkte für die Verbraucher sicherer zu machen.“

Der Markt für Handydienste wächst stetig – genau wie die Beliebtheit der Handys selbst. Im Jahr 2007 verdienten die europäischen Anbieter allein mit Klingeltönen geschätzte 691 Millionen Euro. Diese Verkaufszahlen wurden größtenteils mit Online-Geschäften erzielt.

Österreich, Ungarn und Rumänien hatten mit jeweils 21 betrügerischen Websites die meisten schwarzen Schafe zu verzeichnen, dicht gefolgt von Frankreich und Litauen mit jeweils 20, sowie Belgien, Norwegen und den Niederlanden mit 18, 17 und 16 Anbietern.

Zu den in Italien mit Geldstrafen belegten Anbietern zählten unter anderem Telecom Italia, Vodafone bzw. Fox Mobile sowie Tutto gratis. EU-Verbraucherschutzaktion zu Mobiltelefonen. Quelle: PM & Bild © Europäische Gemeinschaften

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