Potenziale für Green IT

Die Potenziale zur Entlastung der Umwelt durch den Einsatz von IT und Telekommunikation sind noch längst nicht ausgeschöpft. Um das zu ändern, hat die Green IT Allianz, eine Initiative im Rahmen des IT-Gipfels, eine Reihe von Handlungsempfehlungen erarbeitet. “Green IT kann der Schlüssel zur Erreichung der Klimaschutzziele sein”, sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Besonderer Handlungsbedarf besteht beispielsweise im Energiebereich. Der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien führt in den Stromnetzen zu erheblichen Schwankungen. Abhilfe kann eine intelligente Steuerung der Netze (Smart Grids) schaffen. Dazu schlägt die Green IT Allianz unter anderem eine stärkere Forschungsförderung vor. Zudem sollte Deutschland intensiver an internationalen Aktivitäten mitwirken.

Im Verkehrsbereich befürwortet die Green IT Allianz eine City-Maut. Kommunen sollten künftig die Möglichkeit erhalten, eigenständig über deren Einführung zu entscheiden. Derzeit liegt die Gesetzgebung bei den Ländern. Pilotprojekte in diesem Bereich sollten finanziell gefördert werden. Positive Erfahrungen gibt es bereits in London und Stockholm, wo die Umwelt entlastet und die Lebensqualität für die Menschen erhöht wurde.

Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 zu verringern, regt die Green IT Allianz die stärkere Unterstützung von internationalen Projekten zur Festlegung von CO2-Berichtsstandards an. Unternehmen sollten bei der Einführung eines ITK-gestützten Energiemanagement-Systems steuerliche Anreize erhalten. Der öffentliche Sektor müsse hier eine Vorbildfunktion übernehmen.

Auch bei der ITK-Ausstattung lassen sich große Einsparpotenziale heben. So verbrauchen die rund 26,5 Millionen Arbeitsplatzcomputer, die in Firmen, Behörden und Bildungseinrichtungen in Deutschland im Einsatz sind, nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums jährlich 4 Terawattstunden (TWh) Strom – mehr als ein großes Kohlekraftwerk im Jahr produzieren kann. Bis 2020 wird die Zahl der Rechner auf 37 Millionen Geräte steigen. Durch den Einsatz energieeffizienter Geräte sind hier erhebliche Energie- und Materialeinsparungen möglich.

Lediglich jeder zweite Arbeitsplatzrechner gilt derzeit als energie- und materialeffizient. Dieser Anteil sollte nach Vorstellungen der Green IT Allianz bis 2020 auf 85 Prozent erhöht werden. Gleichzeitig sollte der durchschnittlich Stromverbrauch von Arbeitsplatzcomputern in Deutschland von heute 150 kWh auf 60 kWh im Jahr 2020 verringert werden.

Hintergrund: Die Green IT Allianz wurde im Rahmen des 3. Nationalen IT-Gipfels eingerichtet. Ihre wichtigsten Ziele sind die Weiterentwicklung der politischen und wirtschaftlichen Agenda für Green IT, der Ausbau der Vorreiterrolle der ITK-Branche bei Green Technologies, die Verbesserung der Export-Chancen deutscher Technologieanbieter sowie die Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen Anbietern, Anwendern, Politik und Wissenschaft. Gemeinsam will man die besten Technologien mit dem geringsten CO2-Ausstoß identifizieren und deren Entwicklung und Einführung beschleunigen.

Die Green IT Allianz wird unterstützt von einigen Forschungseinrichtungen, dem CIOcolloquium als Vereinigung der wichtigsten ITK-Anwender und unter anderem folgenden Unternehmen und Organisationen: Allianz, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte, Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV), Deutsche Telekom, Fujitsu Technology Solutions, Germany Trade and Invest, Hitachi Data Systems, Hewlett-Packard, IBM, IDS Scheer, Infineon, Intel, Microsoft, Nokia Siemens Networks, Oracle, Ricoh, SAP, Software AG. Weiterführende Informationen. Quelle: © BITKOM – Bild: © stock.xchng (SXC)



Kommentare geschlossen.